Tierarztpraxis Bethenkath
Tierarztpraxis Bethenkath

Aus der Rinderpraxis

Transportbeschränkungen für Rinder vom Rheinland nach Westfalen durch  BHV-1 entfallen

Ab dem 12.06.2017 entfallen endlich alle Transportbeschränkungen wegen BHV-1 für das Verbringen von Rindern vom Rheinland nach Westfalen.

Das gesamte Bundesgebiet hat ab sofort den Artikel 10 - Status erhalten, so daß keine Unterschiede mehr zwischen den einzelnen Regionen bestehen.

 

Fütterung - Beta-Carotin - Versorgung unbedingt überprüfen

Carotinversorgung immer ein Thema:

 

Die teilweise ausgeprägten Fruchtbarkeitsprobleme in den Milchviehherden und Rinderbeständen haben uns veranlaßt, Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Versorgungslage der Kühe und Rinder vorzunehmen.

 

Ergebnis:

Viele der genommenen Proben weisen Beta-Carotingehalte von unter 2500 Mikrogramm je Liter Blut und weit darunter auf. Wenn man davon ausgeht, daß der normale Gehalt bei mindestens 4000 - 5000 Mikrogramm liegen sollte, dann muß von einer ausgesprochenen Mangelsituation gesprochen werden.

 

Ursachen:

Die vornehmlich mäßigen Qualitäten bei den Grassilagen gepaart mit zunehmender Ganzjahresstallhaltung haben zu einem Absinken des Beta-Carotin - Gehaltes bei den Tieren geführt, leider ist aber keine oder eine nur unzureichende Substitution über das Futter erfolgt.

 

Es ist davon auszugehen, daß sich die Mangelsituation in den nächsten Wochen weiter verschärfen wird!!

 

Folgen:

Insbesondere die Fruchtbarkeit leidet enorm unter dem Mangel in Form von

- Stillbrünstigkeit

- kleine Eierstöcke ohne Funktion

- Zystenbildung

- Fruchtresorptionen

 

Lösungen:

Es ist dringend erforderlich, Beta-Carotin in die Rationen einzumischen. Die Dosierung sollte bei ca. 60 - 80 g je Tier und Tag liegen und mindestens für 4 bis 6 Wochen vorgenommen werden.

Möglich ist darüberhinaus die Injektion mit "Carofertin" zweimal im Abstand von 3 Wochen nach der Geburt; dann kann die Gabe von Beta-Carotin über das Futter auf 50 g je Tier und Tag reduziert werden.

 

Sollten Sie Fragen und Beratungsbedarf haben oder in Ihrem Betrieb eine Versorgungsanalyse durchführen wollen, wenden Sie sich an uns!

 

 

Neues zu BVD: Impfstoffkostenzuschuß durch Tierseuchenkasse um weiter drei Jahre verlängert!

 

Die Tierseuchenkasse hat beschlossen, den Impfstoffkostenzuschuß in Höhe von 3,00 € je Impfdosis/ je Tier weiterhin zu gewähren.

 

Voraussetzungen:

 

a) Abgabe einer Verpflichtungserklärung gegenüber dem zuständigen Veterinäramt und Einhaltung der Anforderungen zur Erlangung der Beihilfe für mindestens 3 Jahre ( siehe Anhang unten )

 

Vordrucke der Verpflichtungserklärung erhalten Sie bei uns oder beim Veterinäramt

 

b) Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen der BVD VO

 

c) Eintragung der Impfung in HIT durch uns

 

d) Abrechnung der Impfung über HIT – Ausdruck direkt zwischen Tierarzt und TSK

 

e) Impfung aller weiblichen Tiere

 

f) Erstellung eines Impfkonzeptes durch den Hoftierarzt

 

g) bei Nichteinhaltung der Voraussetzungen: Aberkennung der Beihilfe, evtl. Rückforderung bereits gezahlter Leistungen

 

 

Vorschlag eines denkbaren Impfkonzeptes in einem bisher ungeimpften Bestand:

 

1.: Grundimmunisierung: zweimalige Impfung aller weiblichen Rinder ab 6 Monate Alter mit einem BVD – Totimpfstoff

 

2.: Wiederholungsimpfungen:

 

a) auf Einzeltierbasis: Auffrischung durch einmalige Impfung spätestens vier Wochen vor einer erneuten Trächtigkeit

 

b) auf Bestandsbasis: Auffrischung alle sechs Monate

 

3.: Impfung der nachwachsenden Jungtiere bzw. von Zukauftieren:

 

Jungtiere: zweimalige Impfung im Abstand von vier Wochen jeweils im Frühjahr vor Weideauftrieb bzw. im Herbst nach Weideabtrieb

Zukauftiere: zweimalige Impfung nach Zugang in den Betrieb

 

 

 

Das bedeutet:

Kühe:                          zweimalige Impfung unabhängig vom                                    Trächtigkeitsstadium;

                                    ca. einmal jährlich vor nächster Besamung 

                                    nachimpfen

 

Jungtiere:                    zweimalige Impfung ab 6 Monate Alter

                                    unabhängig vom Trächtigkeitsstadium

                                    Tiere zwischen 6 und 12 Monate Alter 

                                    Auffrischung vor der ersten Trächtigkeit

                                    Tiere über 12 Monate Auffrischung nach

                                    erster Kalbung

 

 

 

Vorschlag eines Impfkonzeptes in einem Bestand mit bereits etablierter Impfung:

 

1.: Erstimpfung aller weiblichen Rinder ab 6 Monate Alter

 

2.: Wiederholungsimpfung aller Rinder ab 6 Monate Alter bis zu

     bestätigter Trächtigkeit ( ca. 15 – 18 Monate Alter )

 

3.: Wiederholungsimpfungen, Impfungen nachwachsender

     Jungtiere oder von Zukauftieren siehe oben.

 

 

Von einer Kombinationsimpfung Totimpfstoff und nachfolgend Lebendimpfstoff raten wir ab, da ein Eintrag von Lebendvirus in einen Bestand nicht sinnvoll erscheint !

 

 

Empfehlung:

 

Angesichts der momentan herrschenden Gefahr eines BVD – Viruseintrages in einen Bestand und des Umstandes, daß mit fortschreitender Virämikerelimination durch Ohrstanzenuntersuchung die Bestände immer ungeschützter vor einer BVD – Infektion werden, stellt die Impfung gegen BVD die einzig mögliche Vorbeugemaßnahme dar.

 

Die Virämikersuche per Blutprobe und Ohrstanze hat viele Betriebsleiter fälschlicherweise veranlaßt zu glauben, die Krankheit BVD habe an Bedeutung verloren – das Gegenteil ist der Fall.

 

Unsere Herden werden durch die Abwesenheit von Virämikern immer empfänglicher; wo bis vor wenigen Jahren noch 80 % der Tiere Antikörperträger waren, hat sich das Verhältnis der AK-positiven zu den AK-negativen Tieren umgekehrt, der Großteil der Rinder ist mittlerweile BVD – AK-negativ!

 

Jeder Landwirt, der bereits einmal leidvolle Erfahrungen mit einem BVD – Einbruch in seinen Bestand gemacht hat, weiß um die Höhe des entstehenden Schadens

  • Aborte

  • Unfruchtbarkeit

  • erhöhte Abgangsraten

  • Durchfall und Grippe bei den Kälbern

  • Mißbildungen

  • Leistungseinbruch der Milchkühe

  • etc.

 

Bisher waren die zu erwartenden Kosten eines Impfprogrammes gegen das BVD – Virus das Hauptargument gegen eine Impfung des Bestandes.

Einen günstigeren Moment als jetzt werden wir daher in Zukunft wohl kaum finden. Durch die Beihilfe der TSK ist es nun möglich, einen gut geschützten Rinderbestand für 2,50 € bis 3,00 €  je Tier zu schaffen und diesen Zustand aufrecht zu erhalten mit 1,75 € bis 2,00 € je Tier und Jahr.

 

Unsere Empfehlung kann daher nur lauten: Impfen, und zwar so bald wie möglich !!

 

 

Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung !!

 

 

 

 



Kälberdurchfall vorbeugen!

Nicht vergessen; Kälberdurchfall bleibt zu jeder Zei des Jahres ein wichtiges Thema.

 

Schützen Sie vorbeugend den zukünftigen Nachwuchs ihres Betriebes durch eine frühzeitige Mutterschutzimpfung gegen die häufigsten  Durchfallerreger.

Mit nur einer einzigen intramuskulären Impfung der trächtigen Kühe und Färsen innerhalb von drei Wochen bis drei Monaten vor der Geburt können Sie Ihre Kälber schützen gegen Rota- und Coranaviren, sowie die Schwere der E.coli F5 Durchfälle reduzieren.

Die Virusausscheidung bei den Jungtieren wird deutlich verringert, und das Immunsystem der Kälber beiweitem nicht so stark belastet.

Wichtig ist hierbei eine konsequente Kolostrumgabe der Kälber mit Milch der geimpften Tiere direkt nach der Geburt.

 

Der Behandlungsaufwand für Sie hält sich in Grenzen, die trächtigen Tiere können 3 - 12 Wochen vor dem erwarteten Kalbetermin behandelt werden.

Integriert man diese Impfung in das Trockenstellmanagement, so handelt es sich um einen minimalen Mehraufwand.

 

Dies ist kein Vergleich zu dem Aufwand, wenn die Kälber erst an Durchfall erkrankt sind.



Entwurmung und Fliegenbekämpfung zum Weideaustrieb

 

Es ist wieder soweit!

Zu Beginn des Weideaustriebes sollte in jedem Fall die Entwurmung der Jungrinder vorgenommen werden.

Es stehen mehrere Alternativen zu Verfügung:

1. Aufgußverfahren:

Hierbei sollte als Wirkstoff "Ivermectin" oder "Moxidectin" gewählt werden. Aufgrund der hohen Preiswürdigkeit sind die Ivermectine sehr interessant.

Die Behandlung muß etwa zwei- bis dreimal während der Weideperiode wiederholt werden.

2. Wurmboli:

Hierbei wird den Rindern ein Bolus eingegeben, der dann während der gesamten Weideperiode den wurmabtötenden Wirkstoff freigibt. Diese Methode benötigt keine Wiederholung der Behandlung, ist jedoch relativ teuer.

3. Langzeitspritze:

Mit Cydectin LA steht ein Spritzmittel mit dem Wirkstoff Moxidectin zur Verfügung, welches bei einmaliger Anwendung einen Schutz vergleichbar dem der Boli verspricht. Die Injektion muß am Ohrgrund ( Vorsicht: spezielle Injektion!) erfolgen.

Das Medikament ist hervorragend, aber relativ teuer.

 

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung!

 

Die Fliegenbekämpfung bei den Weiderindern erfolgt in bewährter Art und Weise durch eine Fliegenohrmarke oder Aufguß von Permethrin ( Butox Pour on oder Bayofly spot on ).

Die Fliegenbekämpfung bei den laktierenden Kühen erfolgt mittels Aufgußpräparat ( siehe oben ).

 

Für Informationen stehen wir bereit!

 

 

 

Neues zur Versorgung der Rinder und Kühe mit Spurenelementen

 

Die Bedeutung der Spurenelementversorgung für die Gesundheit und Fruchtbarkeit bei Rindern und Kühen ist seit geraumer Zeit bekannt.

 

Elemente wie Kupfer, Kobalt, Selen, Zink, Mangan und Jod stehen hierbei im Zentrum der Betrachtung.

 

Bedarf eines Rindes in mg/kg TM:

Kupfer:       10                             Vit. A:       4000 I.E.

Kobalt:         0,2                          Vit. D:         500 I.E.

Selen:          0,15                        Vit. E:            15 I.E.

Mangan:     45

Zink:           45

Jod:              0,25            ( aus: Grubertabelle zur Fütterung von Kühen )

 

Bisher erfolgt die Zuführung von Spurenelementen überwiegend über die Fütterung spezieller Mineralfutter, deren Dosierung sich allerdings schwerpunktmäßig an den Gehalten von Calcium, Phosphor und Magnesium orientiert. Alternativ wird die Versorgung über Eiweißergänzungsfutter bzw. Kraftfutter vorgenommen.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei die Form der Spurenelementbindung, anorganisch oder organisch.

Seit einiger Zeit gibt es zur gezielten Spurenelementversorgung der Tiere die "Rumifert-Boli"; dies sind Glasboli, welche Kupfer, Kobalt und Selen enthalten und diese Elemente über einen Zeitraum von 6 Monaten kontinuierlich abgeben. Die Wirkung dieser Boli ist hervorragend, aber hinsichtlich der Spurenelementzusammensetzung unvollständig; leider sind diese Boli auch relativ teuer.

Aus Holland stehen uns nunmehr zwei zugelassene Alternativen zur Verfügung:

A:       Cattle - Bolus          für Trockensteher und hochtragende Rinder

 

B:       All-Mineral - Bolus  für Jungrinder ab 150 kg Lebendgewicht

                                           für Fleischrinder ab 4 Monaten Alter

 

 

Der Cattle - Bolus

 

 

Der Cattle-Bolus ist speziell für Trockenstehende Kühe bzw. hochtragende Rinder entwickelt worden und wird etwa 6 bis 8 Wochen vor der Kalbung eingegeben. Es erfolgt immer die Eingabe von zwei Boli gleichzeitig, um eine ausreichende Freisetzung der Spurenelemente sowie eine Elektroneutralität zu gewährleisten.

 

 

 

 

 

Gehalte:       tägl. Wirkstoffabgabe bei 2 Boli   Vergl. Rumifert-Boli (2 B.)

Kupfer:                         98,3 mg                                    148,8 mg

Kobalt:                           4,0 mg                                        5,5 mg

Selen:                            2,4 mg                                        3,3 mg

Mangan:                     152,3 mg                                         -

Zink:                           254,7 mg                                         -

Jod:                              16,7 mg                                          -

Vit. A                            9395 I.E.                                         -

Vit. D3                          1879 I.E.                                         -

Vit. E                                28 I.E.                                          -

 

 

Die Wirkungsdauer beträgt vier Monate und umfaßt damit den Zeitraum des Trockenstehens, die Abkalbephase sowie die Anfangs- und Hochlaktation.

Daraus ergibt sich eine verbesserte Euter- und Klauengesundheit ( Zink ), eine höhere Vitalität und Abwehrkraft der neugeborenen Kälber ( Selen,  Jod, Kupfer ) sowie eine Verbesserung der Fruchtbarkeit in der Folgelaktation ( Kupfer, Kobalt, Mangan, Selen )

 

 

Der All-Mineralbolus

 

Der All-Mineral - Bolus ist entwickelt worden speziell für Jungrinder über 150 kg Lebendgewicht bzw. Fleischrinder über 4 Monate Lebensalter.

Die Eingabe von zwei Boli gleichzeitig erfolgt z.B. zu Beginn der Weidesaison.

Die Wirkdauer beträgt 6 Monate, sodaß eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen für die Dauer des Weideganges der Tiere gesichert ist.

 

 

Gehalte            tägl. Wirkstoffabgabe bei 2 Boli    Vergl. Rumifert-Boli (2 B.)

Kupfer:                          177,5 mg                                    148,8 mg

Kobalt:                              2,8 mg                                        5,5 mg

Selen:                               2,7 mg                                        3,3 mg

Mangan:                         90,2 mg                                          -

Zink:                             145,1 mg                                          -

Jod:                                19,4 mg                                          -

 

Vit. A:                            5956 I.E.

Vit. D3:                          1191 I.E.

Vit. E:                                12 I.E.

 

Daraus ergibt sich ein verbessertes Wachstum der Jungtiere, eine gute Vorbeugung gegen Färsen-Mastitiden sowie eine deutlich verbesserte Fruchtbarkeit.

Für weitergehende Informationen zum Thema Spurenelementversorgung beim Rind, dem Einsatz der beschriebenen Boli sowie den Kosten je Tier stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.